#CitizenLab

2026-01-28
Phishing-Angriff: Zahlreiche Journalist:innen im Visier bei Attacke über Signal-Messenger

https://netzpolitik.org/2026/phishing-angriff-zahlreiche-journalistinnen-im-visier-bei-attacke-ueber-signal-messenger/

Mit einem Phishing-Angriff versucht ein bislang unbekannter Akteur, offenbar gezielt Zugriff auf die Signal-Konten von Journalist:innen und Aktivist:innen zu bekommen. Wir erklären, wie der Angriff funktioniert und wie man sich vor ihm schützen kann.

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Credits: Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com George Pagan III
Sebastain Meineck Interview - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2026-01-28

Im Visier

Phishing-Angriff: Zahlreiche Journalist:innen im Visier bei Attacke über Signal-Messenger

Mit einem Phishing-Angriff versucht ein bislang unbekannter Akteur offenbar gezielt Zugriff auf die Signal-Konten von Journalist:innen und Aktivist:innen zu bekommen. Wir erklären, wie der Angriff funktioniert und wie man sich vor ihm schützen kann.

In den letzten Tagen und Wochen wurden nach Informationen von netzpolitik.org vermehrt Journalist:innen mit einer bekannten Phishing-Attacke auf dem Messenger Signal angegriffen. Betroffen sind nach Kenntnis von netzpolitik.org dutzende (investigative) und teilweise prominente Journalist:innen bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern sowie mehreren großen und kleinen Medienhäusern, darunter die Zeit, Correctiv und netzpolitik.org. Hinzu kommen einzelne bekannte Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, darunter auch Rechtsanwälte.

Netzpolitik.org hat im Zusammenhang mit dem Angriff bislang keine Betroffenen gefunden, die nicht diesen Kategorien zuzuordnen sind. Das deutet auf einen gezielten Phishing-Angriff auf bestimmte Telefonnummern hin, ist aber kein Beweis für einen solchen.

„Wir haben erste Anzeichen dafür gesehen, dass Journalist:innen, Politiker:innen und Mitglieder der Zivilgesellschaft in Deutschland und ganz Europa ins Visier genommen wurden“, bestätigt Donncha Ó Cearbhaill, Leiter des Security Labs von Amnesty International gegenüber netzpolitik.org.

„Diese Signal-Phishing-Kampagne scheint sehr aktiv zu sein“, so Ó Cearbhaill weiter. Es sei unklar, wie oft die Angriffe erfolgreich seien, aber die Ausbreitung der Kampagne würde wahrscheinlich durch die Kontaktlisten auf Signal angeheizt, die von früheren Opfern gesammelt würden.

Wie geht der Angriff?

Bei dem Angriff verschicken die Angreifer eine Nachricht über den Messenger Signal, bei der sie sich als „Signal Support“ ausgeben und behaupten, dass es verdächtige Aktivitäten auf dem Handy sowie den Versuch gegeben habe, auf private Daten zuzugreifen. Deswegen müssten die Betroffenen den Verifikationsprozess von Signal erneut durchlaufen und den Verifikationscode dem vermeintlichen „Signal Security Support ChatBot“ übermitteln. Die ersten netzpolitik.org bekannten Betroffenen des Angriffs wurden im November kontaktiert, erste Berichte über die Angriffsversuche gab es im Oktober von Citizen-Lab-Forscher John Scott-Railton.

In der Anfrage des gefälschten Support-Accounts heißt es auf englisch:

Dear User, this is Signal Security Support ChatBot. We have noticed suspicious activity on your device, which could have led to data leak. We have also detected attempts to gain access to your private data in Signal. To prevent this, you have to pass verification procedure, entering the verification code to Signal Security Support Chatbot. DON’T TELL ANYONE THE CODE, NOT EVEN SIGNAL EMPLOYEES.

Wird diese Chatanfrage angenommen, bekommt der Angegriffene eine SMS mit einem Verifikationscode auf sein Handy geschickt, wie ein Betroffener gegenüber netzpolitik.org bestätigte. Das ist offenbar ein echter Verifikationscode von Signal. Das weist darauf hin, dass sofort nach Annahme der Chatanfrage von den Angreifenden versucht wird, einen Account unter der Handynummer neu zu registrieren.

Diese Nachricht erschient bei den Betroffenen. – Screenshot

Gibt man diesen Code an den falschen „Signal Support“ weiter, können die Angreifer einen neuen Account registrieren. Signal-Accounts sind zusätzlich mit einer Signal-PIN geschützt, die neben der SMS ein zweiter Sicherheitsfaktor ist. Wenn die Angreifer diese PIN nicht kennen, sehen sie weder Kontakte, noch Gruppen oder Inhalte.

Würde man jedoch die Signal-PIN an die Angreifer weitergeben, können sie Profil und Kontakte sehen. Sie sehen zwar nicht die vergangenen Chats, können aber dann den ehemaligen Nutzer aus seinem Account ausschließen, indem sie die Signal-PIN ändern und dann die Registrierungssperre aktivieren. Damit wäre es Angreifenden möglich, den Account dauerhaft zu übernehmen – andere Nutzer:innen in Chats oder Gruppen bekommen maximal mit, dass sich die Sicherheitsnummer geändert hat.

Mögliches Ziel: Politische Netzwerke und Quellen ausspähen

Es lassen sich dann Chatgruppen mitlesen und die Kontakte und Netzwerke der Betroffenen ermitteln. Im Falle von Journalist:innen könnten dadurch zum Beispiel Quellen offengelegt werden, die verschlüsselt mit den Journalist:innen kommunizieren. Bei Aktivist:innen könnten politische Netzwerke und Kontakte offenbart werden. Im Zuge einer dauerhaften Account-Übernahme kann der Angreifer zudem alle ab der Übernahme auflaufenden Kommunikationsinhalte mitlesen.

Keiner der netzpolitik.org bekannten Betroffenen ist weiter gegangen, als den Chat anzunehmen und die Verifikations-SMS geschickt zu bekommen.

Wer hinter dem Angriff steckt, lässt sich mit den vorliegenden Informationen nicht sagen. Ein Angreifer mit Überwachungszugriff auf Mobilfunknetze könnte jedoch die per SMS verschickten Verifizierungscodes selbst auslesen und müsste sie nicht erfragen. Um vollen Zugriff auf den Account zu erlangen, müsste auch er die Signal-PIN abfragen.

Wie kann man sich schützen?

„Diese Angriffe nutzen keine Schwachstelle in der Signal-Anwendung selbst aus. Signal ist nach wie vor eine der sichersten und am weitesten verbreiteten verschlüsselten Messaging-Apps“, sagt Donncha Ó Cearbhaill, Leiter des Security Lab bei Amnesty International.

Von Signal selbst heißt es gegenüber netzpolitik.org: „Signal wird Sie niemals in irgendeiner Form über einen Zwei-Wege-Chat innerhalb der App kontaktieren.“ Zudem sollten die Nutzer:innen die Registrierungssperre aktivieren. Das geht unter „Einstellungen“ –> „Konto“ und dann den Schieberegler bei „Registrierungssperre“ aktivieren. Zudem sagt Signal: „Geben Sie Ihre Signal-PIN oder Registrierungssperreniemals an Dritte weiter.“

Wenn eine Nachricht eines bislang unbekannten Accounts mit dem beschriebenen oder einem ähnlichen Inhalt ankommt, sollte man die ankommende Nachricht „melden“ und dann „melden und blockieren“ klicken. In keinem Fall sollte man den Anweisungen folgen, weil Signal niemals Nutzer:innen auf einem solchen Weg kontaktieren würde.

Sollte in Chats die Nachricht auftauchen, dass sich die Sicherheitsnummer eines Kontakts geändert hat, bedeutet das häufig nur, dass dieser ein neues Handy hat. Dennoch sollte man immer in solchen Situationen auf einem anderen Kanal als dem Signal-Textchat bei dem betreffenden Kontakt nachfragen, warum sich dessen Sicherheitsnummer geändert hat.

Für die Überprüfung eignet sich in der Regel ein Telefonat oder noch besser ein Videotelefonat. Ratsam ist zudem, sich alle mit Signal verbundenen Devices anzeigen zu lassen und nicht mehr benötigte zu löschen.

Wenn du Ziel dieses Angriffs geworden bist, Zugriff auf deinen Signal-Account auf diese Weise verloren hast oder weitergehende Informationen und Hinweise zu diesem Angriff hast, wende Dich vertrauensvoll an uns für weitere Nachforschungen und Recherchen.

Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky. Kontakt: E-Mail (OpenPGP). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

2026-01-19

"Europa ist von einer Spähsoftware-Krise betroffen", so das Citizen Lab @citizenlab.

Details in:
Spähsoftware im Handy – Wie Staaten uns heimlich überwachen
18.1.2026, Audio, 28 Min.
"Gespräche mithören, verschlüsselte Nachrichten mitlesen, auf den Standort oder das Mikrofon zugreifen – unter bestimmten Voraussetzungen dürfen deutsche und europäische Sicherheitsbehörden das. Sie benutzen dafür Spähsoftware, eine mächtige Waffe. "
swr.de/swrkultur/wissen/spaehs
(Textversion als pdf-download.)
Audio verfügbar via Webseite / ARD-Audiothek. Direktlink: avdlswr-a.akamaihd.net/swr/swr

Z.B. auch interessant für
@CCC @linuzifer @netzpolitik_feed @kuketzblog

U.a. werden erwähnt @arnesemsrott, @edri @GrapheneOS

#Staatstrojaner #paragon #handy #überwachung #hacking #spähsoftware #datenschutz #spyware #predator #spionage #tkü #trojaner #durchsuchung #bundespolizei #bka #geheimdienst #bnd #citizenlab #nso #ice

Eclectic HumanEclecticHuman@zirk.us
2025-11-20

#AmReading Chasing Shadows: Cyber Espionage, Subversion, and the Global Fight for Democracy.

Written by @rondeibert, founder and director of Citizen Lab at the University of Toronto, the book recounts how Citizen Lab grew from an upstart research group to a major force in exposing cyber mercenaries (most of them the spawn of Israel's notorious Unit 8200).

It's frankly terrifying.

#Books #Bookstodon #NSOGroup #PegasusSpyware #Spyware #CitizenLab

pluralistic.net/2025/02/04/cit

2025-10-22
2025-10-22

Категорії веб-сайтів, що тестуються OONI Probe

kyiv.tube/w/5Zjc5fp63LJRJbFVju

2025-10-22

Тестування вибраних вами веб-сайтів за допомогою OONI Probe

kyiv.tube/w/c4DzqLRWoApzQWPrV4

Public Enemy Exposedpee@mastodon.online
2025-10-21

So i ordered a Mudi v2 from GL-iNet in Hong Kong. The factory plastic wrap on the packaging was opened and the plastic sleeve of the device too, the device itself has a scratch.

Is there any place like @citizenlab in #SouthAfrica where I can get it checked?

@eff @lorenzofb
@zackwhittaker
@briankrebs
@CCC

#FediHelp #AskFedi #SpyWare #China #GLiNet #Mudi #Mudiv2 #OpenWRT #CitizenLab

Would you:

Schneier on Security RSSSchneier_rss@burn.capital
2025-10-07

AI-Enabled Influence Operation Against Iran

Citizen Lab has uncovered a coordinated AI-enabled influence operation against the Iranian government, probably conducted by Israel.
<p... schneier.com/blog/archives/202

#Uncategorized #CitizenLab #deepfake #Israel #Iran #AI

2025-09-26

"Ahead of his keynote at Black Hat USA, Citizen Lab director Ron Deibert spoke with TechCrunch reporter Lorenzo Franceschi-Bicchierai about what he describes as a “descent into a kind of fusion of tech and fascism,” and the role that Big Tech companies are playing in “propelling forward a really frightening type of collective insecurity” that isn’t typically addressed by the cybersecurity industry as a cybersecurity problem."

citizenlab.ca/2025/08/ron-deib

#CitizenLab #RonDeibert #cybersecurity

dawhispa25dawhispa25
2025-08-23

🚨 We need urgent help 🚨
For 9 months my partner & I have been subjected to Pegasus-class spyware, EMF assaults, and non-consensual AI behavioural experiments.
Phones forcibly enrolled in hidden Apple trials. Pegasus/Paragon/Cordoba
📂 A forensic dossier is prepared with logs, ASN attribution & project names (Pathos/Cordoba).
We need NGO & journalist support now.
👉 Contact:
moose25@tutamail.com | dandjb_sos@proton.me
Signal: +61 488 092 540

Schneier on Security RSSSchneier_rss@burn.capital
2025-08-22

I’m Spending the Year at the Munk School

This academic year, I am taking a sabbatical from the Kennedy School and Harvard University. (It’s not a real sabbatical—I’m just an adjunct—but it’s the same idea.) I will be spending the Fall 2025 and Spring 2026 se... schneier.com/blog/archives/202

#Uncategorized #cybersecurity #Schneiernews #CitizenLab #schools

2025-08-08

#CitizenLab director warns cyber industry about US #authoritarian descent | TechCrunch

Ahead of his talk, #Deibert told TechCrunch that he plans to speak about what he describes as a “descent into a kind of fusion of tech and #fascism ,” and the role that the Big Tech platforms are playing, and “propelling forward a really frightening type of collective #insecurity that isn’t typically addressed by this crowd, this community, as a #cybersecurity problem.”
#politics

techcrunch.com/2025/08/06/citi

jordi :palestina:jordisalvia@xarxa.cloud
2025-08-06

Ron Deibert, director de #CitizenLab, alerta: «Estem caient en una fusió entre tecnologia i feixisme.» techcrunch.com/2025/08/06/citi

2025-07-09

#CitizenLab wrote that Paragon is known for developing sophisticated exploits that do not require any interaction from the targeted user, that they have found indications that the company was until recently able to hack up-to-date iPhones and that their spyware has been used in countries including Australia, Canada, Denmark, Italy, Cyprus, Singapore, and Israel.
Zero-Click Exploits. Nice.
Ciro Pellegrino, one of the Italian journalists, is head of the Naples newsroom at Fanpage.it, where he has reported on numerous high-profile cases. And is not a fan of Mme #Meloni.

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