25 Jahre Berliner Bankenskandal Der große Crash
Audio: rbb24 Inforadio | 06.02.2026 | Thorsten Gabriel | dpa
Vor 25 Jahren tritt CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky wegen Spendenaffäre zurück
CDU-SPD-Senat unter Eberhard Diepgen zerbricht
Größter Bankenskandal der Berliner Nachkriegszeit wird nach und nach aufgedeckt
Berlin muss daraufhin den härtesten Sparkurs der jüngeren Geschichte einläuten
Von Boris Hermel
Der Abend des 7. Februar 2001 war frostfrei. Im ersten Stock des Roten Rathauses brannte das Licht bis tief in die Nacht – Krisensitzung. Doch der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), die Chefs der Bankgesellschaft Berlin und CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky konnten den Schaden nicht mehr begrenzen.
Landowsky, gleichzeitig Chef der landeseigenen Bank BerlinHyp, musste noch in der Nacht vor den Mikrofonen des SFB einräumen, dass er fünf Jahre zuvor mitten im Wahlkampf eine Spende von zweimal 20.000 Mark in bar angenommen hatte.
Die beiden Spender – Klaus Hermann Wienhold und Christian Neuling – waren nicht nur CDU-Parteifreunde. Für letztlich ruinöse Ankäufe von zehntausenden #Plattenbauwohnungen in den neuen Ländern hatten sie mit ihrer Firma Aubis Kredite in dreistelliger Millionenhöhe bekommen – ausgerechnet von Landowskys BerlinHyp und in auffallender zeitlicher Nähe zu ihrer #Parteispende.
Demonstranten stehen vor dem Landgericht Berlin.
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Landowsky muss zurücktreten
Auch wenn der mächtige CDU-Politiker immer wieder beteuert, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Spende und Kreditgewährung, dringt er damit nicht mehr durch. Der Druck auf ihn wird zu groß. Landowsky muss als Fraktions- und Bankchef gehen, der CDU-SPD-Senat unter Eberhard Diepgen zerbricht. Die Ära Klaus Wowereit beginnt, erstmals übernimmt eine SPD-PDS-Koalition das Ruder.
Aus der Spendenaffäre ist da längst der größte Bankenskandal der Berliner Nachkriegszeit geworden. Nach und nach kommt ans Licht, dass die landeseigene Bankgesellschaft, ein Zusammenschluss aus Landesbank, Berliner Bank und BerlinHyp, über Jahre das ganz große Rad im #Immobilienfonds-Geschäft drehen wollte.
Neben Großkrediten hatte die Bank 23 sogenannte "Rundumsorglos-Fonds" aufgelegt – gefüllt oft mit #Schrottimmobilien oder darbenden Supermarkt-Gebäuden. Um die Fonds zu bestücken, ließen die #Manager teilweise von Strohleuten Objektgesellschaften gründen, die ohne große Prüfungen eine Unzahl dieser Immobilien ankaufen sollten. In geheimen Nebenabreden wurden die Geschäftsführer dieser Objektgesellschaften von jeder Haftung freigestellt.
Als klar wurde, dass der Großkredit für die Plattenbauankäufe der Aubis von Klaus-Hermann Wienhold und Christian Neuling ausfallen würde, wanderten auch diese zehntausenden #Plattenbauwohnungen in die #Fonds – so konnte die #Bank die nötigen Wertberichtigungen auf den Aubis-Kredit umgehen.
Der große Crash
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