#LongRead

Eine App, die uns fürs Trinken bezahlt

Seit sechs Jahren protokolliere ich meinen Flüssigkeitskonsum mit der Water-Minder-App. Eine positive Sache: Ich trinke ausreichend, was mir guttut. Nebenbei habe ich einen Blick auf meinen Alkoholkonsum. Mir fällt es zwar leicht, mich zurückzuhalten. Die Daten sind dennoch nützlich, um mir meine Gewohnheiten und deren Veränderungen bewusst zu machen. Das bewährt sich für mich besser als eine dedizierte Alkohol-Tracking-App.

Für einige der Getränke gibt es Punkte, für andere nicht.

Die Water-Minder-App hat sich seit 2020 nur moderat weiterentwickelt. Neulich kam eine Neuerung hinzu, die mein Interesse und mein Misstrauen weckte. Beim Protokollieren von Tee, Milch, Mineral- und Hahnenwasser sowie den El Tonys bietet sie mir an, Punkte zu sammeln. Eine Tasse Tee gibt 8,6 Punkte, die Milch fürs Müesli 6,2. Die Zahl scheint mit der Menge zu korrelieren.

Ein Gamification-Schnickschnack, könnte man sich denken. Doch das täuscht.

Die Punkte lassen sich, wenigstens theoretisch, in echtes Geld umwandeln. Für manche mag das so klingen, als ob ein Traum wahr würde: trinkenderweise Geld verdienen? Eine neue Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten?

Spoiler: Nein. Der Wechselkurs ist nicht prickelnd: 12878,3 Punkte ergeben einen US-Dollar. Um zehn Dollar zu verdienen, müsste ich mir 374 Liter hinter die Binde kippen. Dank der Water-Minder-App weiss ich, das mein Konsum für 2025 genau 803 Liter betrug (28 Prozent Tee, 24 Prozent Wasser, 15 Prozent Mineral, neun Prozent Schorle und fünf Prozent El Tony und Rivella; unter ferner liefen Suppen, Wein und Bier).

800 Liter trinken und 15 Dollar kassieren

Das ergäbe gut zwanzig Dollar, würden alle Getränke angerechnet. Das ist nicht der Fall. Koffeinhaltige Getränke und solche mit mehr als 10 oz sind nicht anrechnungsfähig, und höchstens ein Getränk pro Stunde wird gezählt. Es gibt einige weitere Regeln, die den Erlös reduzieren. Unter dem Strich kämen 15 Dollar rum. Bei mir wird das in einigen Monaten so weit sein. Dann werde ich mir in der App Premium-Funktionen freischalten können, lautet das Versprechen.

Ignorieren wir die Frage, wie gross der daraus resultierende Anreiz ist. Fragen wir uns stattdessen, wer Geld dafür aufwirft, um Leute wie mich zum Trinken zu bringen – und was seine Gründe sein könnten. Und bringen wir in Erfahrung, wie wir konkret vorgehen müssen, um uns dieses Vermögen in bar auszahlen zu lassen.

Memecoins! Die Blockchain! Handel mit Swissquote!

Also: Die App erklärt, dass es sich bei den Punkten um sogenannte $FUNN-Token handelt. Dahinter stecke die Solana-Blockchain.

Der Kursverlauf der FUNN-Token.

Aha. Wikipedia weiss zu berichten, Pump.fun sei eine Plattform für Kryptowährungen. Sie existiert seit dem 19. Januar 2024 und funktioniert gemäss Beschreibung wie folgt:

Mit Pump kann jeder Coins erstellen. Alle auf Pump erstellten Coins werden fair eingeführt, was bedeutet, dass jeder beim ersten Erstellen des Coins den gleichen Zugang zum Kauf und Verkauf hat.
Schritt 1: Wähle einen Coin, der dir gefällt.
Schritt 2: Kaufe den Coin auf der Bonding-Kurve.
Schritt 3: Verkaufe jederzeit, um deine Gewinne oder Verluste zu sichern.

Auf Englisch ist die Formulierung «auf Pump erstellte Coins» nicht so lustig wie auf Deutsch. Das heisst nicht, dass es auf dieser Handelsplattform nichts zu lachen gäbe. Im Gegenteil: Möchte jemand Testicles kaufen? Das ist ein Coin, der am 21. Dezember 2025 ins Leben gerufen wurde. Am 11. Januar stand der Wert auf 26 Millionen, am 29. Januar noch auf 6,5. Soll ich den Witz machen, dass es niemals eine gute Idee war, sich bei den Finanzgeschäften fremde oder eigene Familienjuwelen zu verjuxen?

In Testicle zu investieren, ist nicht angezeigt.

Es gibt auch den Dolan Duck, den Tariff Man, den Sartoshi und den Elon 2024. Und den Wilhelm Tell. Letzterer ist meine Kreation: «As rock solid as the Swiss frank, only much cooler and as sharp as the tip of a crossbow bolt.» Fünf Sekunden nach der Kreation hatte der WTELL eine Marktkapitalisierung von 3400 Dollar. Hat vielleicht Gessler investiert?

WTELL, anyone?

Nun wollt ihr sicherlich wissen, ob ihr selbst WTELL kaufen könnt. Die Antwort ist ein Ja. An der Pump-Börse wird Solana akzeptiert, und diese Kryptowährung könnten wir via Swissquote oder eine der anderen Anlaufstellen erwerben oder veräussern. Wir könnten sowohl den WTELL, als auch den FUNN und irgendeine der anderen Spass-Währungen handeln. Ausprobiert habe ich das nicht. Und ohne ein Finanzexperte zu sein, rate ich euch dringend davon ab.

Zwar entsteht Geld in gewisser Weise aus dem Nichts. Doch jedem von uns sollte klar sein, dass das leider nicht bedeutet, dass jeder von uns es nach eigenem Gutdünken erzeugen kann. Pump erweckt zwar diesen Eindruck. Aber solange keine echte Nachfrage nach einem Meme-Coin entsteht, wird er im Wert nicht steigen. Im Gegenteil: Der wahrscheinlichste Ausgang ist, dass Leute aus Neugierde, Eitelkeit oder Unverständnis ihre Währung erzeugen, Geld darauf setzen und das im weiteren Verlauf der Ereignisse verlieren.

Eine elaborierte Werbeaktion

Zurück zur Frage: Warum zum Teufel belohnt mich meine App mit diesen Punkten? Es ist einerseits eine Art Treuesystem, das Nutzerinnen und Nutzer der App bei der Stange halten soll. Andererseits dient es dazu, die User an den Pump-Marktplatz heranzuführen – quasi mit einem nebenbei erarbeiteten Startvermögen. Ich tue vermutlich niemandem Unrecht, dass das dem «Willkommensbonus» im Spielcasino entspricht. Die Gefahr, im Weiteren durch Gebühren und Fehlspekulationen effektiv draufzulegen, ist gross.

Der Hersteller, Funnmedia, hat weitere Apps in petto, u.a. Fitnessview, Calory und Wins. Ich nehme an, dass der Belohnungsmechanismus von Waterminder ebenfalls in diesen Apps steckt (nachgesehen habe ich nicht).

Hier kann man seine gesammelten Punkte in die Cryptowährung transferieren.

Zurück zur eigentlichen Frage: Rollt der Rubel?

Nein, zumindest bei mir nicht. Es gelang mir nicht, diesen Kreislauf zu schliessen und mir mit Water Minder einen Zufluss an Liquidität zu verschaffen. Vermutlich liegt es daran, dass ich ein Cryptocurrency-Greenhorn bin. Ich habe es geschafft, mir in der App ein Wallet einzurichten und meine gesammelten Punkte in $FUNN-Coins umzuwandeln. Wie ich weiter mit diesem Wallet verfahren könnte, erschliesst sich mir nicht. Vermutlich könnte ich auf solscan.io damit handeln, aber meine Lust, das auszuprobieren, hält sich in Grenzen. Falls hier Profis sind, die mir Tipps geben können, freue ich mich über einen Hinweis per Kommentar.

Der App-Store treibt immer seltsamere Blüten

Fazit: Was mich angeht, wäre es mir definitiv lieber, wenn meine Wasser-Tracking-App mir nicht gleichzeitig den Handel mit Kryptowährungen schmackhaft machen wollte. Mir reicht es, wenn sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt. Was wir hier sehen, ist ein Zeichen dafür, dass mit Software selbst anscheinend nicht mehr ausreichend Geld verdient wird. Oder dass sie von manchen Herstellern nicht mehr als Wert an und für sich gesehen wird, sondern bloss als Rampe für nachgelagerte Geschäfte, die eine höhere Gewinnspanne versprechen.

Und die darf man als dubios bezeichnen: Hier wird von einer Klage wegen Marktmanipulation gegen die Pump.fun-Plattform berichtet. Yahoo meldete im Dezember, dass ein ehemaliger Entwickler der Plattform wegen Betrugs in Höhe von zwei Millionen US-Dollar mit Solana zu sechs Jahren Haft verurteilt worden sei. Der FUNN-Coin befindet sich auf Sinkflug.

Und hey, das Ding heisst Pump. Ich würde behaupten: Wie in Pump and Dump, einer Form der Marktmanipulation durch Insider …

#DerOnlineShitDerWoche #Geld #Longread
Person mit Sonnenbrille trinkt aus einer grünen Glasflasche. Der Fokus liegt auf der Flasche im Vordergrund, die Person im Hintergrund ist unscharf.Bildschirmfoto einer App zur Flüssigkeitsprotokollierung. Zeigt konsumierte Getränke mit Menge, Uhrzeit und Erfüllung des täglichen Ziels in Prozent für heute und gestern. Optionen zum Hinzufügen von Protokollen.Kursdiagramm zeigt fallenden Trend einer Kryptowährung. Rote und grüne Kerzen repräsentieren Kursveränderungen. Unten sind Volumenbalken sichtbar. Datumsangaben an der X-Achse.Diagramm einer Kryptowährung mit sinkendem Marktwert von 6,5 Mio. USD. Anzeigen über Preis, Volumen und Handel. Optionen zum Kauf, Login und Chat auf der rechten Seite.

I was likely primed to think about action and example by this other morning #longread by a newer to me author I like, Trevor Leggett.

buddhismnow.com/2013/10/24/ser

This post from the The Marginalian resonated from my morning #longread selections.

themarginalian.org/2023/04/09/

I found it helpful in my pondering of curiosity, how best to practice and encourage it. Something about Saunders use of story felt similar to seeing positive examples of practice first hand.

"Why do LLMs exist? They exist to harm workers. They say it's to "democratize creativity." Bullshit. You don't democratize creativity by automating the act of creation. You democratize it by funding arts education, by supporting libraries, by paying writers a living wage.

No, they created LLMs to solve a supply chain problem.

The "problem" was that creating art—real, human, meaningful writing—is slow. It is expensive. It is unpredictable. And it is diverse. It requires dealing with people. People with traumas, people with political opinions, people with voices that don't fit into a corporate style guide. Minority writers, specifically, are "high friction." We talk about queerness and transphobia and racism, and We talk about disability. We make the advertisers uncomfortable.

So the Tech Bros, in their infinite mediocrity, decided to bypass the human element entirely. They built a machine that scrapes our work—our pain, our joy, our very souls—without consent, grinds it into a mathematical slurry, and extrudes it as a flavorless, inoffensive paste that can be sold by the bucket.

(...)

The unraveling doesn't happen all at once. It is a slow rot, a decomposition of confidence that the Germans call Zersetzung. Psychological decomposition. It was the method the Stasi used to break dissidents not with torture, but with gaslighting, with subtle alterations of reality until the subject lost faith in their own mind.

The Tech Bros haven't invented the term, but they have automated the process. They have built a machine that weaponizes mediocrity and sells it as perfection."

Highly recommended text by @WeirdWriter!

https://caneandable.social/@WeirdWriter/115752153984034533

#longread #LLM
2026-01-31

Another #longread banger from Simon Wardley putting into words questions that have bothered me for a while too.
What happens if the way we Hashtag#reason changes?

"Diversity, critical thinking and transparency are valuable ways to mitigate against a new Theocracy. An open-source approach is one of the defensive weapons in our arsenal. However, none of the significant AIs can be considered open-sourced, and few Governments (in the West) actively support an open approach."

We think and act in a world with language, tools and through mediums.
"It is extremely rare in history that all three change simultaneously; the last incident I can think of is the Enlightenment. Hence, these AI changes, by affecting all three, have wondrous potential. However, this is not without danger.
There is far too much AI doom for my liking, mostly because I suspect would-be policymakers were traumatised by James Cameron’s Terminator films as young children. There are some genuine concerns (for example, energy production), but those are wider than AI. However, that said, the change of language, medium and tools raises a concern because if you can gain control over these, you can change a person’s reasoning of the world around them. You can tell them how to think."

#AI #OpenSource

medium.com/mapai/ai-and-the-ne

Der Schlepptop eroberte die Schweizer Herzen im Sturm

Beitragsbild: Der Urvater aller Laptops, der Osborne 1 (Tomislav Medak/Flickr.com, CC BY 2.0).

Oft enden meine Ausflüge ins Archiv antiklimaktisch. Meine Hoffnung wäre, dass ein Journalist oder eine Journalistin sich in einem Essay über eine herannahende technologische Revolution auslässt und sich ausmalt, was die Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und den Lauf der Geschichte sein werden. Dann könnte ich diese Zukunftsvision genüsslich zerpflücken und analysieren, warum alles ganz anders gekommen ist.

Die Realität sieht anders aus: Die erste Erwähnung einer technischen Errungenschaft ist häufig banal. Sie erfolgt in einem Nebensatz oder auf eine Weise, die es mir nicht erlaubt, mich aufs hohe Ross zu schwingen. Stattdessen konstatiere ich Desinteresse: Die Zeitungsleute damals nahmen diese Erfindungen rund um Computer und Telekommunikation nicht sonderlich ernst. Auch das Personal rief keine Ehrfurcht hervor: exemplarisch dafür die erste Erwähnung Bill Gates’ 1987 in einer Schweizer Zeitung.

Das heutige Thema ist eine erfreuliche Ausnahme: Es steht im Zentrum eines ausführlichen Artikels, der geeignet ist, ein leichtes, retrofuturistisches Gruseln auszulösen.

Der Aufstieg des Laptops dauert von 1981 bis 2007

Es geht um den Laptop. Das ist der tragbare Computer, der 2007 die klassische, stationäre Rechenmaschine überholte. Wie Wikipedia weiss, beginnt dessen Geschichte in den 1970er-Jahren. Bis er in der breiten Öffentlichkeit ankommt, dauert es bis in die 1980er-Jahre. Der Ngram Viewer widerspiegelt die Entwicklung eindrücklich: Ab 1981 geht die Kurve der Nennungen in den in Google Books gespeicherten Werken steil nach oben¹. 1989 flacht sie ab, hat ihren Peak 2007 und stabilisiert sich auf einem etwas tieferen Plafond: Der Laptop ist etabliert. Ich vermute, dass ab diesem Zeitpunkt häufig ein tragbares Modell gemeint ist, wenn von «Computer» gesprochen wird.

Die Karriere des Laptops im Ngram-Viewer von Google.

In der Schweiz kommt der Laptop am 28. Januar 1987 an. Die NZZ beschreibt die Revolution der «Portables» und beginnt bei Adam Osborne². Das ist der Erfinder des Osborne 1, der als erster Vertreter seiner Art gilt und mit elf Kilogramm noch ein echter Schlepptop war. Die NZZ liefert die passende Einordnung:

Er [Osborne] ahnte wohl nicht, dass er mit dem nähmaschinengrossen (…) Gerät eine Revolution auslösen würde. Die Idee, die Leistung eines vollwertigen PC in einen Koffer zu verpacken, war zweifellos genial. Das «Richtige» wurde aber anfänglich mit den falschen Mitteln realisiert. Zu sehr war Osborne noch vom Image des konventionellen PC mit Tastatur, Prozessor mit Diskettenlaufwerken und Kathodenstrahl-Bildschirm geprägt.

«Erregt kein Aufsehen mehr»

Eine Revolution also. Die NZZ erweckt ausserdem den Eindruck, dass vor 39 Jahren der Anblick solch tragbarer Computer alltäglich war:

Es findet auf jedem Arbeitstisch Platz, und auch auf dem Kaffeetisch zu Hause erregt er kein Aufsehen mehr. Und mit einem Griff verstaut man seinen «Laptop-Computer» in der Aktentasche, um überall damit arbeiten (oder spielen) zu können, sei es im Taxi, in der Bahn, im Flugzeug oder im Hotel. Mit dem neuen und doch vertraut aussehenden Gerät verschwindet die «Schwellenangst» vor dem Computer. Man lernt innert Minuten, damit zu schreiben, Tabellen und Graphiken zu gestalten sowie weltweit zu kommunizieren.

Bemerkenswert, dass noch vor der Erfindung des World Wide Web die Kommunikation dieser mobilen Geräte als zentrale Funktion beschrieben wird. Die damaligen Laptops hatten keine entsprechenden Verbindungsmittel eingebaut. Für die «weltweite Kommunikation» benötigte man ein externes Modem oder einen Akustikkoppler und einen Zugang zu VTX, Minitel, Compuserve oder einem Firmennetzwerk.

Es gab ihn doch, den Schweizer Computerfreak

Die Schilderung dieser schönen, neuen Möglichkeiten erscheint reichlich salopp. Ich werte sie als Ausdruck der persönlichen Hoffnung des Autors, der sich offensichtlich auf diese neue Ära freut und dem Fortschritt positiv gegenübersteht. Das freut mich ungemein. Bisher waren die Schilderungen immer distanziert, betont nüchtern oder von einer unterschwelligen Skepsis geprägt. Wie eingangs erwähnt: Man nahm diese Entwicklung nicht ernst oder traute ihr nicht.

Der Autor, der den Artikel nur mit dem Kürzel tr. zeichnete, hat einen anderen Zugang. Ich gehe davon aus, dass der Laptop auf dem Kaffeetisch bei ihm selbst zuhause kein Aufsehen mehr erregte. Für die «normalen» Leute war ein solches Gerät zweifellos eine exotische Sache.

Der Artikel endet mit einer Prognose. Das heisst: Ich kann unter der Prämisse, dass man es hinterher immer besser weiss, die seherischen Fähigkeiten der NZZ auf den Prüfstand stellen:

Die ersten Farbbildschirme für Portables werden nicht lange auf sich warten lassen, 10-MByte-Festplatten dürften auch bei den billigeren Modellen bald zur Routine werden. Der heutige, zehn Prozent betragende Anteil der Portables am gesamten PC-Markt dürfte konservativ extrapoliert bis 1991 die 25-Prozent-Hürde spielend nehmen. Wenn der zu erwartende technische Fortschritt einkalkuliert wird, könnten es auch fünfzig Prozent werden.

Der Faktencheck:

Farbbildschirme: ✔️
Wikipedia bestätigt die Aussage: «Um 1991 herum eroberten zwei neue Farb-LCD-Technologien den Mainstream-Markt im Sturm: Dual STN und TFT.» Apple lancierte 1993 den ersten Laptop mit Farbdisplay, das PowerBook 180c.

10-MB-Festplatten: ✔️
Das war eine konservative Voraussage. Ich erinnere mich, dass das Laptop meines Onkels – an die Marke erinnere ich mich nicht mehr – am Anfang der 1990er-Jahre vierzig Megabyte Speicher hatte.

Ein Viertel Marktanteil bis 1991:
Wikipedia schreibt, dass der Laptop bis 1994 einen Sechstel der Verkäufe ausmachte. Der Preisunterschied gegenüber einem stationären Computer war für viele zu hoch. Das galt für mich. Ich zog einen mobilen Computer nicht einmal in Erwägung. Nebst dem Geld lag das ferner daran, dass die Arbeit am kleinen Röhrenmonitor komfortabler war als an dem noch kleineren LCD-Display.

Fünfzig Prozent Marktanteil:
Nein. Wie anfangs angemerkt, mussten sich die Laptop-Fans bis zum Jahr 2007 gedulden, bis diese Marke überschritten wurde. Ab dann waren die tragbaren Computer tonangebend.

Vermutlich war nicht allein die Euphorie des Journalisten schuld an der zu positiven Einschätzung. Auch «Der Bund» prognostizierte am 29. September 1987 «ein Drittel Tragbare» bis 1990. Es liegt auf der Hand, dass diese Prognose von der Branche selbst stammte, die die Laptop-Begeisterung anfeuern wollte. Nicht uneigennützig. Denn wie erwähnt war und ist bei dieser Bauart die Marge deutlich höher.

Trotzdem ist das eine erfreuliche Recherche: Endlich eine Berichterstattung, die nicht so tut, als ginge uns das alles nichts an, sondern aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer – so, wie ich sie seit ungefähr 1996 betreibe. Ich verstehe zwar, dass man sich in den 1980er-Jahren auf den Standpunkt stellen konnte, diese Computersache sei ignorierbar. Spätestens im nächsten Jahrzehnt hätte man verstehen sollen, dass diese Entwicklung indirekt jeden einzelnen betrifft – so wenig er auch mit Mikrochips und Floppydisks zu tun haben wollte. Forschung der ETH zeigt, dass die Computerisierung in den frühen 1990ern zu einem unausweichlichen Trend wurde. Der PC war nicht mehr optional. Fähigkeiten als Anwenderin und Anwender wurden unverzichtbar und die gesellschaftlichen Auswirkungen unverkennbar.

In Burgdorf traute man der Sache nicht

Abschliessend komme ich nicht um die Bemerkung herum, dass selbst in diesem Fall die Skeptiker nicht weit waren. Auch zum Laptop findet sich ein technologiekritischer Beitrag. Dieser erschien am 4. August 1989 im «Burgdorfer Tagblatt». Reporter Kay Bieri sprach mit Bernhard Steiner, dem Experten eines lokalen Computerhändlers namens Alisys.

Titel: Computer: Zukunft oder nur Zeiterscheinung?

Jetzt wissen wir endlich, was Sache ist!

Bieri fragte solche Dinge wie: «Was ist das, ein Computer?» (Antwort: «Der Computer ist eine Maschine, die sehr schnell verschiedenste Abläufe durchführen kann, aber selber keine Intelligenz besitzt.») Erklärt wurden auch Dinge wie Prozessor, Schnittstellen, Speichermedien, Nadeldrucker, Modem und eben – Laptop:

Wo überall trifft man Computer an?

Seitdem es das Laptop (tragbarer PC) gibt, fast überall auf der Welt.

Die Frage im Titel bleibt – und das ist echt schlechtes Handwerk – unbeantwortet. Das Foto verrät immerhin, dass Interviewer Kay Bieri bei seiner Recherche höchstens 13, 14 Jahre alt gewesen sein kann. So sei ihm dieser Ausrutscher verziehen. Und wir können an dieser Stelle die Antwort geben:

Nein, Computer sind nicht nur eine Zeiterscheinung, und diese Laptops sind es auch nicht.

Fussnoten

1) Das gilt für den englischsprachigen Corpus. In den deutschsprachigen Werken dauerte es bis 2004, bis der Graph nicht bloss sanft ansteigen wollte. ↩

2) Zum Stichwort Osborne haben die Schweizer Medien auch anfangs der 1980er-Jahre einiges zu bieten: Der «Courrier de Genève» vermeldet am 8. September 1982, das Unternehmen habe seinen europäischen Hauptsitz in Genf eingerichtet:

Die Muttergesellschaft dieses amerikanischen Unternehmens, die sich für einen Standort in Genf entschieden hat, plant für ihr erstes Geschäftsjahr einen Umsatz von 100 Millionen Dollar. Adam Osborne, Autor von Büchern über Mikrocomputer, gründete im Januar 1981 die Osborne Computer Corporation. Der erste tragbare Personalcomputer Osborne 1 wurde im Juli 1981 verkauft

Die Zeitung verwendet die Bezeichnung «ordinateur individuel portable», d. h. «tragbarer Personalcomputer». Das zeigt, dass das Konzept dieser Computerbauform älter ist als die Bezeichnung «Laptop».

Die Erfolgsgeschichte von Osborne war schon zwei Jahre später zu Ende. Am 15. September 1983 berichtete die NZZ vom Konkurs des Unternehmens:

Die einst höchst erfolgreiche Firma, die vor zweieinhalb Jahren den Markt mit einem tragbaren Mikrocomputer revolutionierte, ist tief verschuldet und musste letzte Woche sämtliche Arbeiter entlassen und die Produktion einstellen. Der Gerichtsschutz vor Gläubigerklagen soll es Osborne ermöglichen, entweder neue Geldgeber zu finden, die Firma zu verkaufen oder auf ordentlichem Wege zu liquidieren.

Das war ein Vorbote der Krise von Amerikas Computerindustrie. Die NZZ berichtete am 1. November 1983:

Der von Branchenbeobachtern seit einiger Zeit vorausgesagte «Shakeout» in der übervölkerten amerikanischen Computerindustrie hat mit dem Rückzug der Texas Instruments aus dem Markt für Heimcomputer konkretere Formen angenommen. Erst kürzlich hatte ein anderer prominenter Vertreter, die Osborne Computer Corp. – ein Pionier der tragbaren Mikrocomputer –, ein Konkursbegehren gestellt, und zahlreiche andere Branchenvertreter kämpfen mit Schwierigkeiten und hohen Verlusten. ↩

#Longread #TechPremiere
Ein alter tragbarer Computer mit eingebautem Bildschirm und Tastatur, geöffnet, um innere Komponenten zu zeigen. Der Bildschirm ist mittig, Tastatur im Vordergrund.Liniengrafik zeigt Häufigkeit des Begriffs «Laptop» in Büchern von 1940 bis 2022. Anstieg ab 1980, Spitze um 2000, danach leichter Rückgang. Skala von 0,0000000 % bis 0,0000400 %.Zeitungsartikel mit dem Titel «Computer – Zukunft oder nur Zeiterscheinung?». Zwei Männer im Gespräch, einer macht Notizen. Diskussion dreht sich um die Entwicklung und Bedeutung von Computern.Ein alter tragbarer Computer mit eingebautem Bildschirm und Tastatur, geöffnet, um innere Komponenten zu zeigen. Der Bildschirm ist mittig, Tastatur im Vordergrund.
2026-01-30

The longest review I’ve written in years; Recently I travelled through the UK in a rented #EV, hired from #SIXT.

To call it disastrous would be something of an understatement.

Under no circumstances should you use SIXT for any car hires, period.

Here’s why.

#Travel #UK #CarHire #LongRead

alexreviewstech.com/sixt-ev-hi

2026-01-29

Guest Blog Post: A Volcanic Opinion in the Fifth Circuit Destabilizes International Copyright Law—Vetter v. Resnik #LongRead

blog.ericgoldman.org/archives/

By Prof. Tyler Ochoa

Petra van CronenburgNatureMC@mastodon.online
2026-01-29

"Decisions outsourced, chatbots for friends, the natural world an afterthought: Silicon Valley is giving us life void of connection. There is a way out – but it’s going to take collective effort". Rebecca Solnit (unfortunately, has left Mastodon) is always good for thought food. In this #longread she talks about human #connection and how we could get it back. theguardian.com/news/ng-intera

#technology #humane #society #resilience #body #socialLife #loneliness #future #solarpunkSunday

2026-01-29

Apollo-News: Ein Kampagnenportal, welches erfolgreich rechte Narrative bedient und diese in großem Umfang medial verstärkt.

Einen ausführlichen Artikel könnt ihr auf unserem Blog Berlin Rechtsaußen lesen:

rechtsaussen.berlin/2026/01/vo

@cemas_io zählt 2025 Apollo News wiederholt zu den meist geteilten »Alternativmedien.« auf Telegram.

#apabiz #rechtemedien #longread

2026-01-27

> AI companies will fail. We can salvage something from the wreckage
Cory Doctorow

#longread #goodread - worth the time!

theguardian.com/us-news/ng-int

So bodigt die SRG die Halbierungsinitiative

Wie kann sich das öffentlich-rechtliche Medienangebot gegen die globale Konkurrenz wie Tiktok, Youtube und Netflix behaupten? In der Schweiz stellt sich diese Frage mit besonderer Dringlichkeit, weil am 8. März die sogenannte Halbierungsinitiative ansteht: Die will die Gebühreneinnahmen für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nicht halbieren, aber von jährlich 335 auf 200 Franken reduzieren. Wenn sie angenommen würde – und danach sieht es im Moment aus –, würde sich das Budget der SRG von 1,2 Milliarden auf 630 Millionen sinken. Das wäre ein radikaler Einschnitt in die hiesige Medienlandschaft.

Mir bereitet das Sorge. Und mich irritiert, wie diese Debatte geführt wird.

Die Befürworter stellen die Initiative als Beitrag zur Kostenreduktion dar, was in meinen Augen an Etikettenschwindel grenzt. Natürlich ist eine Einsparung von 135 Franken im Jahr nicht nichts. Aber gemessen an den Kostensteigerungen bei Mieten und Krankenkassen ist es offensichtlich, dass der positive Aspekt für die meisten Haushalte vernachlässigbar, der Schaden fürs Land aber riesig wäre. Das Argument, die SRG solle sich auf den «Kernauftrag» konzentrieren, sticht nicht, weil dieser «Kern» in einem vielfältigen, mehrsprachigen Land riesig ist. Natürlich fallen jedem von uns sogleich zehn Sendungen ein, die er niemals schaut oder hört, und die man sofort einstellen könnte. Nur sind die Vorlieben so unterschiedlich, dass unter dem Strich kaum etwas übrig bleibt, das niemand vermissen würde.

Das dritte Argument, dass die privaten Medienhäuser mehr Raum bekämen, stimmt zu einem gewissen Grad. Aber wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass die dann in die Lücken springen würden, die durch Einsparungen bei der SRG entstünden. Nein, die privaten Medien liefern sich das Konkurrenzgefecht schon heute dort mit den sozialen Medien, wo sich die Aufmerksamkeit konzentriert.

Über alles wird geredet – bloss nicht über das, was wichtig wäre

Über einige Dinge wird hingegen überhaupt nicht gesprochen: Wie soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk – oder Service Public, wie er hierzulande heisst – sich wandeln, um die Gebühreneinnahmen auch in Zukunft zu rechtfertigen?

Ich suchte und fand nur bloss vage Andeutungen. Bei der SRG lese ich dürre Worte über «Public Values», was immer das heissen mag. Das zuständige Departement (Uvek) veröffentlichte ein Interview aus dem Tagesanzeiger als Medienmitteilung, in dem Medienminister Albert Rösti zwar die Bubble-Bildung der sozialen Medien kritisiert und findet, die Medien sollen «dort sein, wo sich die Nutzer aufhalten». Banaler geht es nicht – aber Rösti war Mitinitiant der Halbierungsinitiative.

Hierzulande streitet man mit Leidenschaft über eine 1933 entwickelte Technologie: In der Schweizer Mediendatenbank fand ich für die letzten zwölf Monate 1824 Artikel über UKW und ungefähr 19 zu Play+¹. Letzteres ist die neue Plattform, die im Herbst 2026 das 2020 eingeführte Angebot Play Suisse ersetzen und die Angebote von RSI, RTR, RTS und SRF zusammenführen wird. Wurde die als Alternative zu Tiktok und Youtube gedacht, mit dem Anspruch, die «Nutzerinnen und Nutzer dort abzuholen, wo sie sich aufhalten»? Ich weiss es nicht, weil die nichtssagende Medienmitteilung die Frage offenlässt, ob es sich um eine simple Umbenennung oder eine Konsolidierung handelt. Oder ob man den Anspruch hat, die gravierenden Defizite auszubügeln und die vorhandenen Stärken zu fördern.

Das wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre. Warum steht die SRG nicht hin und sagt, was sie alles tun wird, wenn im März die Gebühren nicht gesenkt werden?

Ein «digitaler Marktplatz der Ideen» – aber diesmal in Echt

An dieser Stelle kommt Leonard Dobusch ins Spiel. Er zeigt auf, wie gross der Spielraum wäre. Er hat Vorschläge, mit denen sich die Gebührengelder in unveränderter Höhe rechtfertigen liessen. Denn sie würden nicht bloss das Darben zum Endsieg der Tech-Konzerne verlängern, sondern aufzeigen, wie eine offene und gesellschaftsfreundliche Plattform entstehen könnte. Also jener «digitale Marktplatz der Ideen», den Elon Musk bei der Übernahme von Twitter versprach, bevor er X in ein rechtes Propaganda- und Manipulationsinstrument verwandelte.

Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Innsbruck und er kennt das ZDF von innen, wo er Mitglied im Fernseh- und Verwaltungsrat war. Heute sitzt er im Stiftungsrat des ORF. Seine Rezepte gelten für Deutschland und Österreich. Doch sie sind interessant für die Schweiz, weil offene Software und Protokolle ein zentraler Bestandteil sind. In der Tat hat er die tollkühn anmutende Vorstellung, ein Medienangebot aufzubauen, das Netflix in nichts nachsteht: Weder beim Umfang, noch bei der Benutzerfreundlichkeit und schon gar nicht bei der Qualität.

Leonhard Dobusch an der Re:publica 2022 (Rogi Lensing/Wikimedia, CC BY-SA 3.0).

Er sagt:

Wenn das funktioniert, wird es der grösste und wichtigste Open-Source-Medien-Stack der Welt sein. Medienhäuser in ganz Europa werden sich beteiligen. Nicht, weil sie müssen, sondern, weil sie wollen – weil es ein Angebot ist, das man kaum ablehnen kann. Und dann wird endlich dieser Skalennachteil [verschwinden], den die Öffentlich-Rechtlichen in Europa haben. Jedes kleine Land wie der ORF entwickelt alleine seine Mediathek. Daneben die Schweiz, die SRG, die auch alleine ihre Mediathek entwickelt. Daneben hat man Netflix, die skalieren global.

Die Software heisst Streaming OS. Sie wurde im Mai 2024 vorgestellt, und sie ist in der Tat spannend: Sie ermöglicht es, viele Portale auf einer Infrastruktur aufzusetzen. Die ARD führt zwölf Mediatheken der Landessender zusammen. Die Inhalte von ZDF und ARD sind interoperabel und über die jeweiligen Plattformen abrufbar, wobei es den Anbietern überlassen bleibt, sie unterschiedlich zu kuratieren. Das liesse sich weiter skalieren, sagt Dobusch:

Warum gibt es nicht ein Wissenschafts- und Bildungsportal, wo ich einerseits die Wissenschafts- und Bildungsinhalte von ARD und ZDF zugänglich mache, und das ich öffne für Universitäten und Hochschulen, die immer professioneller Bildungsinhalte produzieren?

Diese Inhalte könnten weiterhin auf Youtube und Tiktok zu sehen sein. Sie würden indes ebenso in einem attraktiven Umfeld stattfinden, in dem nicht als nächste Empfehlung ein Flat-Earther-Video auftaucht.

Es liegt (für mich) auf der Hand, dass sich dieses Modell hervorragend auf die Schweiz übertragen liesse. In der Streamingplattform der SRG hätten die Inhalte von 3Sat Platz, an dem die SRG beteiligt ist². Es gibt hierzulande Universitäten, die exzellente Inhalte produzieren, die in ein solches Umfeld passen würden (die Uni St. Gallen, die Hochschule Luzern oder die Uni Bern). Stiftungen haben Medienangebote, namentlich das Hörkombinat von Elvira Isenring und meinem Stadtfilter-Gspändli Dominik Dusek.

Masse mit Klasse

Und wo das Stichwort Stadtfilter gefallen ist: Die nicht gewinnorientierten Lokalradios der Schweiz (Unikom) tragen einen Teil zur medialen Grundversorgung des Landes bei – weswegen sie einen Teil der Gebühren erhalten (Gebührensplitting). Warum also nicht einen Podcast wie – Achtung, rein willkürliches Beispiel! – Nerdfunk über Play+ ausspielen? Er allein würde die Attraktivität nicht markant erhöhen. Aber mit Verbindungen zu öffentlich-rechtlichen Anbietern in Deutschland, Frankreich (France 2), Italien (Rai) oder zu Dutzenden anderen Programmen, die untertitelt angeboten werden, liesse sich das Angebot in der Summe so stark ausweiten, dass es ähnlich reichhaltig wäre wie die Startseiten von Netflix oder Youtube.

Wenn ich Leonard Dobusch richtig verstehe, basiert Play+ nicht auf Streaming OS. Warum? Weil man bei der SRG lieber eine eigene Software entwickelt, statt Open Source zu verwenden – und weil man nicht in Versuchung kommen möchte, das Angebot auf der eigenen Plattform mit Drittinhalten zu konkurrenzieren? Nun, trotz der polemischen Formulierung hier gehe ich davon aus, dass Play+ sorgfältig projektiert wurde. Diese Diskussion hier nicht zu führen, halte ich indes für eine fahrlässige Straussenpolitik.

Meine offizielle Forderung an die SRG lautet, das Versäumnis wettzumachen. Dobusch legt seine Ideen in Holger Kleins Podcast-Folge Wider die öffentlich-rechtliche Trägheitsvermutung dar (RSS, iTunes, Spotify). Es geht nicht nur um die Open-Source-Plattform, sondern um eine Reihe weiterer wichtiger Problemfelder des ÖRR:

  • Die Legitimationskrise und politischer Druck, wenn ein künftiger AfD-Ministerpräsident den Rundfunkstaatsvertrag kündigen könnte,
  • die strukturellen Probleme mit dem Fokus auf «den kleinsten gemeinsamen Nenner» mit endlosen Krimis wie «Rosenheim Cops» und «SOKO» sowie die
  • titelgebende Trägheitsvermutung, die besagt, dass der ÖRR zu starr und bürokratisch ist, um überhaupt reformfähig zu sein.

Mastodon, Fediversum, Peertube und Wikipedia

Dobusch erwidert, es sei einem «unfassbaren Kraftakt» zu verdanken, dass im laufenden Betrieb ein Umbau stattfinde, ohne dass die Konsumentinnen und Konsumenten der linearen Programme etwas feststellen würden. Dem Online-Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF sei es gelungen, da zu sein, wo das Publikum ist. Es erweise sich als «Durchlauferhitzer» für Talente und neue Arbeitsweisen, und mit 150 neuen Formaten, von denen nur die Hälfte überlebt hätte, pflege es eine Experimentierkultur.

Die grossen Plattformen wie Youtube und Tiktok anbinden – aber nicht nur. Gleichzeitig soll das Fediversum (Mastodon, Peertube) zum Zug kommen. Spannend finde ich schliesslich die Ideen zu Wikipedia: «Terra X» veröffentlicht seit Ende 2019 Videoclips unter einer freien, zu Wikipedia kompatiblen Lizenz:

Das sorgt jeden Monat stabil für vier Millionen Views auf Wikipedia, wo das Logo des ZDF zu sehen ist. So kommen wahrscheinlich mehr junge Leute mit öffentlichen Inhalten in Kontakt als im Zweiten.

Last but not least gibt es Ideen, um die Online-Kommentare von ihrer Toxizität zu befreien, etwa durch neue Moderationsformen, die die «schweigende Mitte» sichtbar machen.

Wann fangen wir hierzulande damit an, über solche Themen zu reden? Hoffentlich nicht erst nach der übernächsten Runde um die Abschaffung und Wiedereinführung von UKW. Und hoffentlich, hoffentlich nicht erst, nachdem die SRG halbiert wurde!

Man könnte aber auch erwähnen, dass die SRG beim Projekt Public Spaces Incubator dabei ist und verschiedene mehrsprachige Dialogformate ausprobiert. Oder dass die EMEK in zwei Berichten Ideen für die Zukunft des Service public skizziert hat.

— Manuel Puppis (@manuelpuppis.ch) 27. Januar 2026 um 14:22

Fussnoten

1) Genau kann ich es nicht sagen, weil in der Suchfunktion der Schweizer Mediendatenbank eine Suche nach «Play+» nicht möglich ist – das Plus wird ignoriert, was zu Tausenden falschen Treffern führt. Ich hätte empfohlen, bei der Namensgebung die Suchbarkeit im Web und in Datenbanken zu berücksichtigen. ↩

2) Natürlich gibt es heute schon Inhalte von Drittanbietern. Aber es macht einen Unterschied, ob die manuell in die eigene Plattform eingepflegt werden müssen oder über offene Protokolle zugänglich gemacht werden – dann braucht es lediglich eine Kuratierung. ↩

Beitragsbild: Regieraum bei SRF (SRG).

#FediversumUndMastodon #Fernsehen #FreieSoftwareFOSS #HolgerKlein #Longread #Politik #SRF #Wochenkommentar
Regieraum mit mehreren Bildschirmen und Audiomischpulten. Zwei Personen arbeiten konzentriert an den Konsolen. Monitore zeigen verschiedene Sendungen und Informationen.Eine Person spricht auf einer Bühne vor einer Leinwand mit Text. Die Person trägt ein Mikrofon und eine Brille. Textzitat im Hintergrund hebt «demokratischen Idealen» in fett hervor.Eine Person spricht auf einer Bühne vor einer Leinwand mit Text. Die Person trägt ein Mikrofon und eine Brille. Textzitat im Hintergrund hebt «demokratischen Idealen» in fett hervor.

Der Neo-Browser schmeckt nach der blauen Pille

Braucht die Welt noch einen KI-Browser? Der Anlass für diese Frage ist Neo. Dieses Surfprogramm wurde im Mai 2025 angekündigt und im Verlauf des Sommers den ersten Testnutzern zugänglich gemacht. Seit Dezember ist er für Windows und Macintosh verfügbar.

Der Browser stammt von Gen Digital. Wenn es euch wie mir geht, habt ihr diesen Namen nie zuvor gehört. Das Unternehmen, das ihn trägt, hat indes eine bewegte Vergangenheit: Es existiert seit 1982 und bediente uns unter dem ursprünglichen Namen Symantec über viele Jahre mit Produkten gegen Viren, Malware und digitale Bedrohungen aller Art. Ich bekam es Ende der 1990er-Jahre mit diesen Sicherheitsprogrammen zu tun. Sie genossen unter dem Markennamen Norton einen guten Ruf. Denn der ursprüngliche Erfinder, Peter Norton, war ein aufrechter Informatiker.

Ein jahrzehntelanger Niedergang

Nach der Übernahme 1990 durch Symantec nahm die Misere in den Nullerjahren ihren Lauf. Heute würde man von einer Enshittification sprechen: Die Programme wurden mit immer neuen Funktionen zu Security Suites aufgebläht und gelangten als «Crapware» vorinstalliert mit dem Betriebssystem auf die brandneuen PCs. Das mussten die User zähneknirschend akzeptieren, da Windows von Haus aus nicht ausreichend geschützt war. 2013 änderte sich das: Windows 8 enthielt erstmals einen eingebauten Schutz vor Schadsoftware, der sich bald als völlig ausreichend entpuppen sollte. Ab da drehte der Wind und die Sicherheitsprogramme gerieten selbst in Verruf.

Das ehemals lukrative Geschäftsfeld der Sicherheitsprogramme schrumpfte immer weiter. Der Umsatz blieb zwischen 2005 und 2025 zwar ungefähr stabil bei vier Milliarden. Doch der Anteil des Consumer-Segments sank von 48,5 Prozent auf mutmasslich nicht viel mehr als null.

Kein Wunder, dass sich Symantec nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen musste. Symantec versuchte es 2022 mit einem Cryptominer. Im selben Jahr fusionierte das Unternehmen aus Arizona mit dem tschechischen Hersteller Avast, dessen Produkte ähnlich aufdringlich waren wie die von Norton. Das war die Gelegenheit für die Umbenennung in Gen Digital.

Die Sache mit dem Datenschutz ist schwierig – auch wenn Neo hier ein klares Versprechen abgibt.
Und links: die Übersicht der offenen Tabs, per KI sortiert.

Grosse Versprechen zum Datenschutz

Der Name Norton lebt bis heute weiter – auch im neuen Browser. Der Hersteller verspricht nämlich:

Sie entscheiden, was gespeichert wird. Ihre Daten werden lokal vorgehalten und Norton sorgt für deren Schutz.

Klingt gut, aber wie würde ein KI-Browser das gewährleisten? Natürlich, indem die Anfragen nicht irgendwohin ins Netz pumpt, sondern alle Arbeit möglichst auf dem Gerät erledigt. Dazu heisst es in den FAQ von Neo:

Die lokale Hybrid-KI führt Vorgänge, wann immer möglich, auf Ihrem Gerät aus: schneller, sicherer und standardmässig privat. Eine Verarbeitung in der Cloud erfolgt nur dann, wenn Sie das wünschen.

Diese Methode erinnert an Apple Intelligence. Sie hat ihre Schwächen, weil die lokalen Sprachmodelle weniger leistungsfähig sind als die in der Cloud. Doch mit Blick auf den Datenschutz sollten wir das akzeptieren: Gerade die agentischen Browser sind ein riesiges Risiko für die Privatsphäre. Sosehr ich die Funktionen von OpenAIs Atlas-Browser schätze, so wenig würde ich ihn mit allen meinen sensiblen Daten tatsächlich nutzen wollen. Das Konzept, sie möglichst in allen Situationen lokal zu verarbeiten, scheint mir das einzig Vertretbare zu sein.

Cloud ja oder nein? Die Angaben sind widersprüchlich.

Das könnte uns zum Schluss verleiten, dass Neo unser KI-Browser der Wahl sein könnte. Doch um meinen eigentlichen Test mit dem Fazit zu beginnen, ist das leider nicht der Fall. Ich habe beim Test auf wesentliche Fragen keine Antwort gefunden: Läuft die KI tatsächlich lokal? Unter welchen Umständen werden Anfragen in der Cloud beantwortet?

In den Einstellungen bei KI-Innovationen heisst es in eklatantem Widerspruch zum Privacy-Versprechen:

Wenn du diese Funktionen verwendest, werden relevante Daten an Gen gesendet, um KI‑Funktionen zu erstellen.

Es könnte sein, dass sich diese Warnung nur auf die KI-gestützte Verlaufssuche bezieht, mit der die Surf-Chronik erschlossen wird. Oder auch nicht.

In den FAQs ist auch von den AI limits die Rede. Diese KI-Limiten würden während der Early-Access-Phase zwar nicht greifen, könnten aber später aktiviert werden. Sie wären überflüssig, wenn die KI lokal läuft. Ein lokales LLM leert den Akku des Laptops des Besitzers, generiert aber keine Last in einem Rechenzentrum. Dass sie prominent erwähnt werden, deutet für mich darauf hin, dass die Cloud bei der regulären Nutzung des Browsers eben doch so stark involviert würde, dass der Betreiber zusehen muss, die Kosten dafür im Rahmen zu halten.

Das wirkt alles sehr widersprüchlich

Fazit: Mir ist Symantec, beziehungsweise Gen Digital viel zu wenig transparent. Selbst bei komplexen KI-Anfragen, die sich nach meinem Ermessen nicht lokal beantworten lassen, fragte mich Neo nicht oder nicht klar genug, ob ich eine «Verarbeitung in der Cloud» wünschen würde – wie das ausdrücklich versprochen ist. Fragezeichen setze ich beim Punkt, wie der Hersteller dereinst Geld verdienen will. In den FAQ heisst es, der Browser würde immer gratis bleiben, es bestehe aber die Möglichkeit, dass «später kostenpflichtige Premium-Features dazukommen». Da ich mich daran erinnere, wie aggressiv zu Symantec-Zeiten derlei Verkaufsoffensiven geführt wurden,  ist für mich der Fall klar: So gewinnt man mein Vertrauen nicht.

Ein weiterer Negativpunkt besteht darin, dass Neo auf Chromium basiert, was für einen Browser mit echtem Schutz der Privatsphäre die falsche Code-Basis ist.

Es stecken einige gute Ideen in Neo

Und ja, das ist alles bedauerlich. Denn abgesehen von diesen grundsätzlichen Vorbehalten gefallen mir die folgenden beiden Konzepte ausgezeichnet:

Der Browser zeigt auf der Startseite bzw. bei einem neuen Tab ein Eingabefeld an, das aussieht wie der Promptbereich von ChatGPT oder einem anderen KI-Bot. Dennoch werden Eingaben in dieses Feld normal an Google weitergeleitet. Um eine Antwort der KI zu erhalten, klicken wir entweder auf den /-Knopf, oder wir betätigen den Schrägstrich auf der Tastatur. Das ruft das Snippets-Menü auf den Plan, das uns diverse Aktionen zur Auswahl anbietet¹. Durch Drücken der @-Taste erhalten wir eine Liste der offenen Reiter, die wir bei einer frei formulierten Anfrage als Kontext heranziehen können. Das leuchtet unmittelbar ein!

Die Reiter erscheinen bei Neo standardmässig in einer Leiste am linken Rand. Ist der Knopf Smart tab grouping eingeschaltet, werden die Reiter, natürlich wiederum per KI, automatisch passend gruppiert: Tagesanzeiger.ch und srf.ch landen in einer Gruppe News, Clickomania.ch und Heise.de werden unter Technology abgelegt. Duck Duck Go und Google kriegen das Label Search. Es gibt auch Productivity für Notion, Email für Gmail, Work für Slack, und so weiter. Die Gruppen werden automatisch farblich markiert und können per Klick auf die Bezeichnung ein- und ausgeklappt werden. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Ausserdem gibt es in der Navigation das Events center, in dem Neo Erinnerungen bereithält, und die Rubrik Integrations für häufig benutzte Webanwendungen. In der steht bislang nur Discord zur Auswahl.

Die KI bleibt gelegentlich stecken

Bei einer geöffneten Website betätigen wir rechts oben den Knopf Neo Chat, um die KI zu bemühen. Sie erscheint in einer Leiste rechts und zeigt im Eingabefeld unten bei Context an, dass das Sprachmodell den Inhalt der Website für seinen Output heranzieht. Auch hier haben wir mittels @-Taste die Möglichkeit, dem Kontext weitere offene Reiter hinzuzufügen. Das eröffnet interessante Möglichkeiten: Wir öffnen mindestens zwei Artikel zum gleichen Thema und lassen die KI sie direkt vergleichen. Wir tragen Informationen aus mehreren Quellen zusammen.

Zumindest theoretisch: Bei meinem Test sollte Neo die Analysen der Trump-Rede am WEF von SRF und NZZ vergleichen. Eine Antwort gab es leider auch nach längerem Warten nicht.

Bei anderen Aufgaben war Neo erfolgreicher:

1) Artikel aufspüren

Wie bei meinem Test von Atlas habe ich Neo gefragt, wann mein Blog zum letzten Mal über ein computerhistorisches Thema berichtet hat. Im ersten Anlauf wurde nur die offene Startseite analysiert:

Aus dem bereitgestellten Seitenauszug (Beiträge 7.–22. Jan. 2026) ist kein eindeutig «computerhistorisches» Thema zu sehen.

Daraufhin bot mir die KI an, die ganze Website abzusuchen. Ich bestätigte das. Es kam folgende Nachfrage:

(Bevor ich suche) Meinst du die Website, aus deren Beitrag‑Liste du gerade den Auszug gepostet hast – soll ich diese Seite vollständig nach computerhistorischen Artikeln durchsuchen? Wenn ja, bestätige bitte kurz die Domain/den Namen der Seite (oder sag «ja, genau diese Seite»), dann starte ich die Websuche.

Damit könnte die oben erwähnte Abfrage gemeint sein, mit der ein Kontakt mit der Cloud bestätigt werden muss. Falls das der Fall sein sollte, müsste die Formulierung deutlich und klar ausfallen. Abgesehen davon liesse sich dieses Problem ohne Websuche agentisch lösen – genauso, wie es Atlas vorexerzierte: Dabei hat OpenAIs Browser via Navigation die entsprechende Kategorie aufgerufen und die entsprechenden Artikel präsentiert.

Neos Weg via Websuche ist erfolgreich und bringt die gewünschten Artikel zum Vorschein. Wie und über welche Suchmaschine das geschieht, wird nicht transparent.

Diese Auskunft ist gut. Aber ob sie via Cloud erhoben wurde oder nicht, bleibt unklar.

2) Hilfe beim Shopping

KI-Browser werden gern als Shopping-Helfer angepriesen. Sie suchen automatisch nach den besten Angeboten im Web und können sie nach bestimmten Vorgaben automatisch erwerben. Ob das klappt, wollte ich mit einem verhältnismässig harmlosen Suchauftrag² herausfinden. Bei dieser Aufgabe musste Neo auf halbem Weg die Waffen strecken:

Du hattest geschrieben, ich solle ein Produkt unter 45 Franken in den Warenkorb legen. Ich kann zwar für dich nach passenden Artikeln suchen und dir direkte Links sowie eine Empfehlung geben, aber ich habe keine Möglichkeit, mich in dein Konto einzuloggen oder Artikel physisch in deinen Warenkorb bei digitec/brack zu legen.

Das heisst, dass Neo zwar verspricht, ein agentischer Browser zu sein – er könne Nachrichten versenden, Buchungen vornehmen oder Einstellungen ändern, heisst es in den FAQ –, aber dieses Versprechen bislang nicht einlöst. Es war nicht ersichtlich, dass der Browser tatsächlich Shopping-Websites abklappern würde. Stattdessen präsentierte er Links, die nach meinem Eindruck via Websuche erhoben worden waren, ohne dass dieses Mal eine explizite Warnung vor der Cloud-Nutzung erfolgt wäre.

3) Ein Google-Konto erstellen

Da ich mich nicht mit meinem angestammten Google-Konto anmelden wollte, gab ich Neo den Auftrag, einen neuen Account mit einer bestimmten Adresse einzurichten, selbsttätig ein Passwort zu wählen und die Log-in-Informationen im Passwortmanager abzuspeichern. Denn wäre es nicht toll, wenn diese lästige Arbeit von der KI erledigt würde? Für meine Arbeit wäre das eine riesige Erleichterung. Doch auch bei diesem Unterfangen kassierte ich eine Abfuhr:

Ich kann das Konto nicht selbst anlegen oder Passwörter in deiner Passwortverwaltung speichern, aber ich helfe dir gern Schritt für Schritt.

Damit liegt das endgültige Fazit auf der Hand: Derzeit ist Neo keine Alternative zu den existierenden Browsern – gleichgültig, ob mit oder ohne künstliche Intelligenz. Es lohnt sich aber, das Projekt im Auge zu behalten. Falls die Transparenz-Mängel ausgeräumt werden und Neo echte agentische Fähgkeiten entwickelt, verdient er eine zweite Chance.

Fussnoten

1) Das ist die Liste der Snippets:

  • Erkläre es mir wie einem Fünfjährigen (Explain like I’m five)
  • Vor- und Nachteile (Pros and Cons)
  • Hintergrund zu diesem Thema (Background on this topic)
  • Perspektive des Autors analysieren (Analyze autor’s perspective)
  • Meinen Text verbessern (Improve my writing)
  • Grammatikfehler korrigieren (Fix grammar mistakes)
  • Neu formulieren (Rephrase)
  • Meine Sprache vereinfachen (Simplify my language)
  • Mehr Details hinzufuegen (Add more details)
  • Kuerzen (Make shorter)
  • Verlaengern (Make longer)
  • Professioneller klingen (Sound more professional)
  • Lockerer klingen (Sound more casual)
  • Freundlicher klingen (Sound more friendly)
  • Selbstbewusster klingen (Sound more confident)
  • In einen Linkedin-Post umwandeln (Turn this into a Linkedin post)
  • Vorschlag bestaetigen (Confirm proposal)
  • Vorschlag ablehnen (Reject proposal)
  • Nach weiteren Details fragen (Inquire for more details)
  • Rabattcode finden (Find me discount code)
  • Produkte vergleichen (Compare products)
  • Mir helfen, besseren Code zu schreiben (Help me code better)
  • Release Notes aus Github-PRs erstellen (Generate release notes from Github PRs)
  • Nachrichten abrufen (Get news) ↩

2) Das war mein Shopping-Prompt:

Ich suche eine Box mit Zeitschaltuhr, in die ich mein Handy für eine Auszeit wegsperren kann. Sie sollte kompakt sein, und praktisch wäre es, wenn sie transparent wäre, sodass Benachrichtigungen auf dem Display erkennbar sind. Ausserdem würde ich eine Ladefunktion fürs Handy schätzen. Besuche Websites Schweizer Elektronikfachhändler wie digitec.ch und brack.ch, kläre ab, ob solche Produkte vorhanden sind, und liefere mir eine Übersicht mit den aktuellen Preisen. Falls du ein Produkt unter 45 Franken findest und es meinen Anforderungen entspricht, kannst du es in den Warenkorb legen. ↩

#Browser #KI #Longread #Retro
Laptopbildschirm zeigt die Webseite Clickomania mit mehreren Artikeln und Bildern. Neben dem Bildschirm ist eine PflanzeBenutzeroberfläche eines Computers mit Suchfeld und verschiedenen Tabs. Links sind Kategorien wie Business und NewsBildschirm mit Menü links und Info rechts zu «KI-Innovationen». Details zu KI-Verlaufssuche und Datenschutz. Auswahl aufEin Screenshot der Webseite «Clickomania» mit Artikeln zu Technikthemen wie Windows und Gewichtsmessung. Rechts eine
2026-01-22

Forty years in the Siberian wilderness: the Old Believers who time forgot.

In 1978, Soviet scientists stumbled upon a family living in a remote part of Russia.

They hadn’t interacted with outsiders for decades.

Almost half a century later, one of them is still there.

mediafaro.org/article/20260122

#Russia #Religion #OldBelievers #History #Longread

Petra van CronenburgNatureMC@mastodon.online
2026-01-20

"If we truly believed in the #intelligence of the living world, how might we live differently? What would it mean to build, farm and move across the planet with #kinship, not conquest, as our organizing principle? What would a different world – one that works with #nature, and not against it – look like?" Fascinating #longread - theguardian.com/us-news/ng-int

#solarpunkSunday #NatureMatchCuts #empathy #exceptionalism #moreThanHuman #Animism #wildlife #visions #personhood #rightsOfNature #indigenous

Friedrich Delgado ✔️🎀TauPan
2026-01-20

The Mythology Of Conscious AI

Why consciousness is more likely a property of life than of computation and why creating conscious, or even conscious-seeming AI, is a bad idea.

noemamag.com/the-mythology-of-

— by mastodon.online/@anilkseth (via Noema Magazine blacksky.community/profile/did)

#LongRead that is equal parts fascinating (in terms of the bigger picture of what’s going on, globally) and horrifying (in terms of what that actually means). The post-war era’s relative peace is now over. We’re living through the opening skirmishes of an epochal shift in our collective history.

RE: https://bsky.app/profile/did:plc:aeet2renleuqvyopkfbrgext/post/3mcrmml6mts2e

2026-01-17

This article really got to me. A must read!

"In a Shakespearean play about UCLA’s little historical family, John would be a central and memorable character. He was our truth-telling hermit, able to turn a mirror on historians’ follies. He was indigenous to the university, to the buildings, courtyards, and benches where history was made. Some said he also spent his time in the library working on an epic poem. There is more than a little John in every graduate student and professor, and perhaps anyone who has worked in that instantly forgotten genre, the dissertation. How many others were one bad trip away from falling into the narrow gap between fact and fiction?"

nplusonemag.com/online-only/on

#ucla #longread #interesting

2026-01-15

The crisis whisperer: how Adam Tooze makes sense of our bewildering age.

Whether it’s the financial crash, the climate emergency or the breakdown of the international order, historian Adam Tooze has become the go-to guide to the radical new world we’ve entered.

mediafaro.org/article/20260115

#History #World #Politics #Economics #Geopolitics #Books #AdamTooze #Longread

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